Grünabfall

Biologisch abbaubare Abfälle wie Grünabfälle sind von Natur aus Recyclingmeister. Seit Millionen von Jahren verrotten sie an Ort und

Stelle, um als reichhaltiger Humus in den Stoffkreislauf zurückzukehren.

Um dieses Potenzial weiterhin zu nutzen, verpflichtet das Kreislaufwirtschaftsgesetz Abfallerzeuger und öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger dazu, Bioabfälle getrennt zu sammeln.

Für das Recycling und die Wiederverwertung ist die getrennte Erfassung von Biogut eine wesentliche Voraussetzung. Denn nur aus sauber getrennten Bio- und Grünabfällen lassen sich hochwertige Komposte herstellen, die in der Landwirtschaft oder dem Landschafts- und Gartenbau wieder ihren Einsatz finden.

 

Recyclingwege der Grünabfälle

Bei dieser Abfallart gibt es mehr als nur eine Recyclingmöglichkeit. Eine Option ist die stoffliche Verwertung oder Kompostierung. Dabei hat diese mit dem Kompost im eigenen Garten nicht mehr viel zu tun. Stattdessen sind vollautomatische Kompostierungsanlagen im Einsatz – mit den unterschiedlichsten Verfahren und Technologien.

Eine Art der Kompostierung ist die aerobe Behandlung im Rottetunnel. Dazu kommen Grünabfälle und Gärreste gemeinsam in einen schlauchartigen, dunklen Raum (Intensivrotte), der permanent mit frischer Luft versorgt wird. Unsere Intensivrotte besteht aus einer Beschickungshalle, 10 Rottetunnel und einer Abluftbehandlung (Wäscher und Biofilter).

Auf natürliche Weise entsteht Wärme, die den Prozess unterstützt. Durch die kontinuierliche Sauerstoffzufuhr in Kombination mit Mikroorganismen verwandelt sich das Material innerhalb von vier Wochen in Kompost. Im letzten Schritt wird dieser von Störstoffen befreit und in der Nachrotte als Dreiecksmiete aufgesetzt. Mit Hilfe des Mietenumsetzers wird das Material ca. sechs Wochen weiterbehandelt. Anschließend wird es noch einmal abgesiebt und steht dann als hochwertiges, gütegesichertes Produkt für die Landwirtschaft und im Garten- und Landschaftsbau zum Kauf bereit.

 

Es gibt verschiedene Wege seine Grünabfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Vorteilhaft für Gartenbesitzer ist die Durchführung der Eigenkompostierung. Das später gewonnene Material kann direkt im eigenen Garten eingearbeitet und zur Verbesserung der Bodenqualität genutzt werden. Weiterhin können Grünabfälle über die Biotonne entsorgt werden. Außerdem nehmen unsere Abfallwirtschafts- sowie Wertstoffhöfe Grünabfälle von Privatpersonen kostenfrei an.

Firmen, die Ihre Grünabfälle entsorgen wollen, informieren sich vorab bei uns über die entsprechenden Kosten für die geplante Entsorgung.

 


Keine Entsorgung der Grünabfälle im Wald

Man müsste meinen, dass Grünschnitt und Gartenabfälle einfach im Wald entsorgt werden können. Was irgendwie naheliegt, ist allerdings verboten und das hat gute Gründe. Tatsächlich stören Grünabfälle die empfindliche Flora in der Umgebung vor allem durch eine Überdüngung. Zusätzlich kann sich auch Schimmel bilden. Die Folgen sind Pilzkrankheiten und das Absterben von Organismen, da der natürliche Nährstoffkreislauf unterbrochen wird.

 

Grünabfälle und Grünschnitt dürfen nicht im Wald und auch nicht am Wegesrand entsorgt werden. Wer seinen Grünabfall in der freien Natur entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann.


Das Verbrennen von pflanzlichen Abfällen

Wenn Sie Grünabfälle im eigenen Garten verbrennen möchten, sollten Sie sich beim zuständigen Amt über die speziellen Vorschriften erkundigen. Feuer dürfen Sie jedoch nur unter strengen Vorschriften und mit Genehmigung entfachen.

Unsere aktuelle Verbrennungsverordnung besagt, dass das Verbrennen pflanzlicher Gartenabfälle in der Zeit vom 01.03. bis 15.04. und dann wieder vom 01.10. bis 15.11. ausschließlich montags bis samstags von 11:00 bis 17:00 Uhr gestattet ist.

Die Zeit des Verbrennungsvorgangs sollte 2 Stunden nicht überschreiten. Folgende Mindestabstände sind einzuhalten:

  • 10 Meter zu Gebäude- und Grundstückgrenzen, Leitungen & anderen brennbaren bzw. gefährdeten Gegenständen oder Sachen
  • 100 Meter zu Krankenhäusern, Kindereinrichtungen, Schulen, Altersheimen & Pflegeeinrichtungen
  • 30 Meter zum Wald (im Sinne des Waldgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt)

Beachten Sie: Das Feuer sollte eine Grundfläche von 1,5 Meter x 1,5 Meter nicht überschreiten und möglichst auch nicht über 1 Meter Höhe haben.

 

Aus Bio- und Grünabfällen wird Kompost

Ein Kompost funktioniert nur dann, wenn Feuchtigkeit und Belüftung stimmten. Grobes Material ist notwendig, damit sich die

Abfälle nicht zu stark verdichten. Dazu können Sie Gehölzschnitt verwenden, sofern Sie die pflanzlichen Reste gut zerkleinert haben. Vermischen Sie Holzabfall immer mit grünen Materialien wie Rasenschnitt, damit die Verrottungsprozesse optimal ablaufen können. Das gleiche gilt für große Mengen Herbstlaub, die Sie kompostieren möchten. Der Behälter sollte nicht zu einseitig befüllt sein, denn dadurch werden Rotteprozesse gehemmt. Bevor Sie Abfälle der Rasenmahd auf dem Kompost entsorgen, sollte das Material gut getrocknet sein. Nasser Grünschnitt verklebt schnell, sodass eine ausreichende Sauerstoffzufuhr nicht gewährleistet ist.

Der Dünger verbessert die Bodenstruktur und fördert das Bodenleben, etwas Besseres kann man sich für die Beete im Garten, die Pflanzen im Kübel oder seinen Acker nicht wünschen.

Arbeitet man den humusreichen Kompost in den Boden ein, verbessert man ihn nachhaltig. Der Boden wird locker und kann besser Wasser und Nährstoffe speichern, die dann wiederum den Pflanzen zur Verfügung stehen. Kompost enthält zudem viele Nährstoffe, auf zusätzlichen Dünger kann man weitgehend verzichten. Das schont den Geldbeutel, die Umwelt und das Klima.

 

Kompostierung (Intensivrotte)

Bei der Kompostierung werden Bioabfälle unter Anwesenheit von Sauerstoff (aerob) mithilfe von Mikroorganismen abgebaut. Es bleibt ein nährstoffhaltiger Kompost zurück, der in Abhängigkeit vom Rottegrad zur Bodenverbesserung, zur Düngung oder als Mischkomponente für Kultursubstrate eingesetzt werden kann. Der Kompostierungsprozess (Rotte) verläuft in der Regel in zwei Hauptschritten: der Intensivrotte und einer mehrwöchigen Nachrotte.

Vor der eigentlichen Kompostierung erfolgt eine Aufbereitung der angelieferten Bio- und Grünschnittabfälle. Dabei wird das Inputmaterial zerkleinert (Vergrößerung der spezifischen Oberfläche) und homogenisiert. Die Vergrößerung der spezifischen Oberfläche beschleunigt und verbessert den mikrobiologischen Abbauprozess. Zusätzlich werden häufig im Aufbereitungsschritt Fremd- und Störstoffe wie z. B. Kunststofftüten und Glas ausgesondert.

Im Anschluss an die Aufbereitung beginnt die Intensivrotte. Die Abfälle werden meistens in sogenannten Mieten aufgeschichtet oder in Container/Boxen gefüllt. In der Intensivrotte beginnt der Abbau der Organik unter aktiver und/oder passiver Sauerstoff- und Feuchtigkeitszufuhr. Die bei dem Abbauprozess entstehende Wärme erreicht Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius, wodurch vorhandene Keime und Krankheitserreger abgetötet und der Kompost hygienisiert wird. Wichtig für einen optimalen aeroben Abbau ist eine ausreichende Sauerstoffversorgung im Rottematerial. Die Mieten werden hierfür in gewissen Zeitabständen umgesetzt oder die Mieten bzw. die Rotte-Container/-Boxen werden zwangsbelüftet. Durch die Luftzuführung wird zudem die Entstehung von Treibhausgasen wie Methan oder Lachgas weitgehend verhindert. Strukturreiches Material, welches das Luftporenvolumen und damit die Sauerstoffversorgung im Kompost erhöht, beschleunigt den biologischen Abbau des Bio- und Grünguts. Bei der Intensivrotte entsteht aus dem Bio- und Grüngut Frischkompost (Rottegrad II und III). In der sich anschließenden mehrwöchigen Nachrotte verlaufen nur noch wenige Abbaureaktionen, die langsam abklingen. Der Frischkompost wird dadurch stabilisiert und zu Fertigkompost (Rottegrad IV und V) umgewandelt.

 

Die Konfektionierung (Feinaufbereitung) kann entweder direkt der Intensivrotte nachgeschaltet sein oder im Anschluss an die

Nachrotte durchgeführt werden. In Abhängigkeit von der gewünschten Korngröße und Kompostqualität findet eine (mehrstufige) Absiebung des Komposts statt. Der Siebüberlauf kann nach einer Fremdstoffentfrachtung erneut als Strukturmaterial bei der Kompostierung eingesetzt oder der thermischen Verwertung zugeführt werden.

 

 

 

RAL-Gütesiegel

Durch die Verleihung des RAL-Gütesiegels von der Bundesgütegemeinschaft Kompost wird die hohe Qualität des Kompostes bestätigt. Regelmäßige und umfassende Kontrollen gewährleisten eine dauerhafte Qualität und dienen der Produktüberwachung. Das Zertifikat des RAL-Gütesiegels, ein aktuelles Prüfzeugnis sowie Düngeempfehlungen für den Acker- und Landschaftsbau finden Sie zum Nachlesen auf unserer Seite.

Durch den Einsatz von natürlichem Kompost kann auf Mineraldünger oft ganz bzw. teilweise verzichtet werden. Das spart Geld und schont die knappen Ressourcen unseres Planeten. Diese interessanten Aspekte werden von privaten und auch gewerblichen Klein- und Großkunden sehr geschätzt. Der Fertigkompost steht zur Selbstabholung auf dem Abfallwirtschaftshof in Gardelegen, Bismarker Straße 81, zum Kauf bereit.

Bei Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter der Deponie GmbH gerne zur Verfügung.

 

Kompost richtig verwenden

 

  • Rasen verträgt nur sehr dünne Schichten organischen Materials auf der Grasnarbe und sollte daher nur mit mineralischem Dünger gepflegt werden

 

  • Eine großflächige „Grunddüngung“ sollte im Frühjahr erfolgen, wenn die Wachstumsphase der Pflanzen gerade beginnt. Über das Jahr hinweg bis zum Herbst sollte in kleinen Mengen nachgedüngt werden.

 

  • Beim Aufbringen des Kompostes achten Sie bitte darauf, dass dieser nur flach aufgebracht und mit einer Harke oder einem Kultivator eingearbeitet wird.

 

 

Nähere Informationen zum Thema Kompost finden Sie hier. Kompostierung – Chemie-Schule