Bioabfälle

Unter Bioabfall versteht man organische Abfälle aus Haushalten oder Gärten, die durch Mikroorganismen, Bodenlebewesen und Enzymen abgebaut werden können. Er ist recyclefähiger Abfall, der in jedem Haushalt anfällt.

Der Altmarkkreis Salzwedel ist gesetzlich verpflichtet (Kreislaufwirtschaftsgesetz), die in privaten Haushalten anfallenden Bioabfälle getrennt einzusammeln. Ist der Erzeuger oder Besitzer nicht in der Lage oder beabsichtigt nicht, die Bioabfälle auf dem genutzten Grundstück zu verwerten, muss dieser in den dafür bereitgestellten Behältern überlassen werden. Ziel der Gesetzgebung ist es, möglichst viele Bioabfälle zu sammeln und hochwertig zu verwerten.

Die Biotonnen können alle 14 Tage geleert werden und sind am Abfuhrtag bis 7 Uhr morgens bzw. am Vorabend vor dem Grundstück bereitzustellen. (hier geht’s zum Tourenplan)

Nur Grundstückseigentümer der privaten Haushalte können mit schriftlichem Antrag Tonnen an-, ab- oder ummelden. Mieter müssen sich mit ihrem Vermieter oder der Hausverwaltung in Verbindung setzen.

 

Warum sind wir für die Biotonne?
  • Aus dem Bioabfall wird gütegesicherter Fertigkompost erzeugt. Dieser steht Privatleuten, Hobbygärtner und sogar Biobauern zum Kauf zur Verfügung. (hier zu den Zertifikaten)
  • Weniger Fahrten zu den Kompostplätzen und Wertstoffhöfen, da auch Grün- und Rasenschnitt in die Biotonne dürfen.
  • Die Restmüllmenge kann um bis zu 40 % reduziert werden. Somit können Gebühren gespart werden.

 

Gewerbetreibende

 

Biotonne richtig nutzen
Was darf rein?
  • Essensreste (auch Gekochtes) eingewickelt in Zeitungspapier oder Küchenkrepp
  • Brot- und Backwarenreste
  • verdorbene und verschimmelte Lebensmittel
  • Teebeutel und Kaffeefilter, Kaffeesatz und -pads (keine Kapseln)
  • verwelkte Blumensträuße, Topfpflanzen
  • Rasen-, Baum- und Strauchschnitt

 

Was darf nicht rein?
  • Knochen
  • Nussschalen
  • Tierkadaver, Hundekot
  • Katzenstreu
  • Schlachtereste
  • Asche
  • Plastiktüten und andere Kunststoffe
  • Schadstoffe, Batterien
  • Kataloge und Hochglanzpapier

 

Kompostierbares Plastik

Hintergrund

Kompostierbares Plastik ist ein Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen, der meist zwischen 20 und 100 % aus Mais, Kartoffeln oder Zuckerrohr anstatt aus Erdöl besteht. Deshalb erweckt die kompostierbare Plastiktüte und weitere Produkte aus „kompostierbaren“ und biologisch abbaubaren Kunststoffen den Anschein, umweltverträglicher zu sein. Nach den Prüfkriterien für das Siegel müssen die Kunststoffe nach 12 Wochen bei 60 Grad Celsius zu 90 % desintegriert sein – also in Teile zerfallen sein, die kleiner als 2 mm sind. Damit ist es aber begrifflich noch immer Mikroplastik. Nach maximal 6 Monaten (bei 60 Grad Celsius) müssen diese kompostierbaren Kunststoffe nahezu vollständig abgebaut sein.

Warum nicht?

In der Kompostieranlage der Deponie GmbH hat der Biomüll nur 6 bis 8 Wochen Zeit, sich zu zersetzen – zu wenig Zeit für den Abbau der kompostierbaren Tüten.

Der Nachweis, dass sich die Tüten kompostieren lassen, erfolgt unter idealisierten Laborbedingungen. Diese stimmen oft nicht mit den tatsächlichen Bedingungen in den Kompostanlagen überein. Am Ende des Abbaus bleiben nur Wasser, Kohlendioxid und mineralische Zusatzstoffe übrig. Humusbildende Materialien werden nicht erzeugt! Diese sind jedoch das Ziel einer Kompostierung.

Also?

Selbst wenn der Abbau innerhalb der anlagentechnisch bedingten Produktionszeiten vollständig gelingen würde: Technisch können „kompostierbare“ Biofolien-Müllbeutel nicht von herkömmlichen Plastiktüten unterschieden werden. Deshalb landen auch sie meist in den Müllverbrennungsanlagen – zusammen mit dem wertvollen Inhalt aus biologisch abbaubaren Materialien.

Aus diesen Gründen dürfen im Altmarkkreis Salzwedel weder herkömmliche Plastiktüten noch kompostierbare Biofolien-Müllbeutel in die Biotonne.

Mehr Informationen stehen hier zur Verfügung: www.wirfuerbio.de

 

Behältergrößen
  • 120 l Müllgroßbehälter Gesamtgewicht des befüllten MGB’s 60 kg
  • 500 l Müllgroßbehälter Gesamtgewicht des befüllten MGB’s 240 kg

Aufgrund seiner organischen Zusammensetzung und Feuchtigkeit weist der Bioabfall ein höheres Gewicht als der Restmüll auf. Überschreitet der Behälter das oben genannte Gesamtgewicht, kann der Behälter bei der Leerung beschädigt werden, die Leerung kann nicht durchgeführt werden oder der Behälter fällt ins Müllfahrzeug. Daher bitten wir, den Bioabfall weder zu verpressen noch einzustampfen!

 

Sie haben Fragen?

Rufen Sie uns an: 03907 720913 oder schreiben Sie uns eine Mail an: abfallberatung@deponie-gmbh.de

 

Gebühren

Eine Grundgebühr gibt es bei der Biotonne nicht. Lediglich jede Entleerung wird mit 2 € berechnet. Die Abrechnung erfolgt durch das Umweltamt des Altmarkkreises Salzwedel und wird anhand des Abfallgebührenbescheids mitgeteilt. Dies gilt auch, wenn die Entleerung wegen zu stark verdichtetem oder verklumptem bzw. angefrorenem Inhalt nur teilweise erfolgen konnte.

Für gelegentlichen Mehranfall können Sie den gebührenpflichtigen Abfallsack des „Altmarkkreises Salzwedel“ verwenden. Je Abfallsack wird eine Gebühr von 2 € erhoben. Diese Gebühr ist beim Erwerb eines Sackes zu entrichten, darin enthalten ist die Entsorgung der Abfallsäcke. Wo sie diese Säcke erhalten, finden Sie hier.

 

Sie haben Fragen?

Rufen Sie das Umweltamt an: 03901 8400 oder schreiben Sie eine Mail an: umweltamt@altmarkkreis-salzwedel.de

 

Nutzungstipps

Bioabfälle, besonders feuchte Abfälle, sollten in Zeitungspapier und unbeschichteten Papiertüten (ohne Sichtfenster) eingewickelt werden. Das minimiert Gerüche und beugt der Madenbildung vor. Ebenso den Boden des Behälters nach jeder Leerung mit zerknülltem Zeitungspapier auslegen. Das saugt Feuchtigkeit auf, minimiert Gerüche und verhindert das Ankleben des Abfalls. Der Abfall darf im Behälter nicht gepresst werden und der Deckel muss geschlossen sein, das verhindert das Eindringen von Fliegen.

 


Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter

mit der Biotonne durchs ganze Jahr


Frühjahr

Die Temperaturen steigen, die Sonne scheint, die Vögel singen und die Bienen und Hummeln summen. Im Garten beginnt es zu blühen und voller Vorfreuden blickt der Hobbygärtner nach draußen.

Der Frühjahrsputz kann beginnen!

Dabei fällt vermehrt Grünabfall an. Winterabdeckungen müssen entfernt und Sträucher und Hecken können beschnitten werden. Bei vielen Pflanzen werden erst jetzt die vertrockneten Reste aus dem Vorjahr abgesammelt. Sehr gut, wenn dieser in der Biotonne landet. Auch in der Küche wird die Winterkost hinter sich gelassen und sorgt für mehr organische Abfälle.

Sollte das Volumen der Biotonne nicht ausreichen, stellen wir kostenpflichtig Abfallsäcke aus Papier zu Verfügung. Wo diese erhältlich sind, finden Sie hier.

 

Sommer

Hilfe es lebt! Gerade in den Sommermonaten entwickelt die Biotonne gerne mal ein Eigenleben. Damit das nicht passiert, haben wir hier ein paar Tipps zusammengetragen:

  • kühler, schattiger Stellplatz der Biotonne, somit wird die Fäulnis- und Geruchsbildung sowie der Madenbefall vermindert
  • Abfälle in Zeitungspapier oder dafür geeignete Papiertüten einschlagen
  • Tonne nach jeder Leerung gut säubern und mit zerknülltem Zeitungspapier auslegen, dies sorgt für eine problemlose Leerung
  • Abfälle immer locker einfüllen
  • Behälter immer gut geschlossen halten, vermindert Insektenbefall
  • bei Insektenbefall – Steinmehl über die frischen Bioabfälle streuen, ebenso ist eine extra Lage Zeitungspapier hilfreich
  • falls Sie sich nicht zu sehr ekeln – heimische Vögel lieben diese Lebendfutter und bedienen sich gern direkt aus der Tonne, lassen Sie den Behälter 1-2 Stunden am frühen Morgen offenstehen

 

Herbst

Und wieder geht es in den Garten. Die Gartenarbeit sorgt in den Herbstmonaten für viel Laub und Grünschnitt. Erste Beete werden geräumt und Sträucher beschnitten. Bäume verlieren ihr Blätterkleid – der Sommer endet.

Das zusammengefegte Laub gehört in die Biotonne, kann aber auch als Winterabdeckung fürs Gemüsebeet genutzt werden. Kleiner Tipp – Über einen kleinen Laubhaufen im Garten freuen sich besonders die Igel. Achten Sie besonders darauf, dass keine Störstoffe wie Zigarettenstummel oder Hund-/Katzenkot zusammengekehrt werden. Das gehört nicht in die Biotonne! Bei nassem Laub empfiehlt es sich, die Blätter etwas trocknen zu lassen. Ansonsten kann es passieren, dass dieses in den ersten frostigen Nächten anfriert. Laub immer locker in die Biotonnen werfen. Auch im Herbst kann man damit beginnen, die Biotonne einmal mit zerknülltem Zeitungspapier auszulegen.

Sollte das Volumen der Biotonne nicht ausreichen, stellen wir kostenpflichtig Abfallsäcke aus Papier zu Verfügung. Wo diese erhältlich sind, finden Sie hier.

 

Gut für die Natur? Also ab in den Wald? – NEIN!

Das ist nicht nur eine Straftat und wird mit einer hohen Geldstrafe geahndet, sondern bringt das ökologische Gleichgewicht durcheinander. Schädlinge werden angezogen und breiten sich zudem noch im gesamten Wald aus.

 

Winter

Man gibt sich so viel Mühe und beachtet die ganzen Tipps und trotzdem ist der Abfall angefroren. Bei wiederkehrenden frostigen Temperaturen kommt es immer wieder vor, dass die Abfälle am Behälter festfrieren. Wichtig zu erwähnen ist noch Folgendes: Sollte die Biotonne nicht oder nur zum Teil geleert werden können, weil aufgrund der Kälte der Biomüll im Behälter angefroren ist, hat man keinen Anspruch auf eine nachträgliche Entleerung oder Minderung der Gebühr. Wir haben für ein paar Tipps zusammengetragen, damit Sie auch in den Wintermonaten Freude an Ihrer Biotonne haben:

  • frostfreier, windgeschützter Stellplatz der Biotonne
  • Deckel geschlossen halten, damit kein Regen oder Schnee eindringen kann
  • feuchte Abfälle in Zeitungspapier oder geeignete Papiertüten einwickeln, somit wir das Festfrieren verhindert
  • Abfälle nicht verdichten und regelmäßig auflockern (mit Hilfe eines langen Stabs oder Spaten, aber vorsichtig, damit der Behälter nicht beschädigt wird)
  • Behälter nach jeder Leerung mit zerknülltem Zeitungspapier auslegen

 

Bioabfälle in der Küche:

Benutzen Sie ein wiederverwendbares, verschließbares und fliegensicheres Vorsortiergefäß. Entleeren Sie dieses regelmäßig in Ihrer Biotonne. Hilfreich ist es den Behälter direkt mit Zeitungspapier auszulegen, somit ist der Abfall gleich für die Leerung in der Biotonne vorbereitet. Auch hier gilt: Bitte keine Plastiktüten und auch keine kompostierbaren Biokunststoffbeutel verwenden!

 

Sie haben Fragen?

Rufen Sie uns an: 03907 720913 oder schreiben Sie uns eine Mail an: abfallberatung@deponie-gmbh.de

 

Zu gut für die Tonne

In 86% der Haushalte werden Lebensmittel weggeworfen, die noch verwertbar gewesen wären. Nur 14% werfen ausschließlich die ungenießbaren Anteile der Lebensmittel weg, also die nicht vermeidbaren Lebensmittelabfälle.

Frisches Obst und Gemüse machen 35% der weggeworfenen Lebensmittelabfälle aus. Gefolgt von zubereiteten Speisen mit 15%. Das Mindesthaltbarkeitsdatum spielt als Wegwerfgrund nur für knapp fünf Prozent der vermeidbaren Lebensmittelabfälle eine Rolle. Während 55% der vermeidbaren Lebensmittelabfälle weggeworfen werden, weil sie verdorben, unappetitlich oder überlagert sind.

Quelle: www.zugutfuerdietonne.de/studien

 

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