Altkleider

Alttextilien bedürfen einer besonders sorgfältigen Handhabung bei der Erfassung und Sortierung. Anders als bei Sammelgemischen wie Leichtverpackungen oder Papier werden tragfähige Alttextilien als Bestandteil des Sammelgemisches nach der Sortierung zu einem Großteil direkt wiederverwendet. Eine unsachgemäße Behandlung, sei es durch mangelndes Know-how oder den Einsatz ungeeigneter Maschinen, führt zu einer deutlichen Reduzierung des Anteils an tragbarer Secondhandkleidung.

Fakt ist, dass über 70% der Weltbevölkerung Secondhandkleidung nutzen. ₁   Dabei konkurriert die Wiederverwendung im Ausland nicht, wie oft behauptet, mit der dortigen Wirtschaft, sondern ermöglicht komplementär den kostengünstigen Zugang zu hochwertigen Textilprodukten. Sollte dieser Bedarf (an Secondhandkleidung) aus Primärrohstoffen für die Neuproduktion von Textilien gedeckt werden müssen, hätte dies einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt und weltweiten Ressourcen.

Quelle: ₁ www.wasteonline.org.uk

 

Wie erfolgt die Entsorgung

Die Restmülltonne ist der bequeme Entsorgungsweg für Altkleider, den noch immer 21 Prozent der Deutschen nutzen. ₁

Altkleider sind jedoch ein wichtiger Rohstofflieferant. Lediglich stark verschmutzte Textilien sollten über die Restmülltonne entsorgt werden. Alle anderen Kleider gehören in den Altkleidercontainer oder zu Kleiderkammern.

An vielen Straßenecken und vor Supermärkten stehen Container, die die Stadt oder ein gemeinnütziger Verein, wie der DRK, dort aufgestellt haben. Ihre Textilien sind dort gut aufgehoben. Spenden Sie Schuhe nur paarweise und verpacken Sie andere Textilien in Tüten.

Quelle: ₁ www.resorti.de/blog

 

Der Weg der Textilien

Nachdem die Kleider in den Containern geworfen wurden, durchlaufen sie bis zu 5 Stationen.

Zunächst werden sie abgeholt und zu einer Sortieranlage gebracht. Die Sortierung erfolgt in drei Kategorien:

  • 63 % der Altkleider sind noch tragbar und werden ins Ausland verschifft. Dort erhalten Bedürftige die Kleiderspenden
  • 30 % der Kleider werden in einer Recyclinganlage zu Dämmstoffen, Isolierstoffen und Industrieputzlappen verarbeitet
  • 7 % der Kleider sind Restmüll und werden der Verbrennung zugeführt

 

Achtung! Illegal aufgestellte Container

Da sich mit Altkleidern und Schuhen einiges an Geld verdienen lässt, gibt es Firmen, die dies ausnutzen und unseriöse Geschäfte mit den Altkleidern machen. Achten Sie darauf, Kleidung nur an bekannten und seriösen Organisationen zu spenden. An dem Container befindet sich ein Hinweis darauf, wer dort Kleider sammelt. Die Organisationen geben sich mit Namen und Adresse, sowie ihren Kontaktdaten zu erkennen. Meiden Sie Straßensammlungen, die nicht von wohltätigen Organisationen oder lokalen Vereinen stammen.

 

Was gehört in den Altkleidercontainer?
  • Plüschtiere
  • Schals, Mützen, Hüte
  • Schuhe (paarweise zusammengebunden)
  • Gardinen
  • Tischdecken
  • Bettwäsche
  • Wolldecken
  • gute, saubere, tragbare Kleidung

 

Was gehört nicht in den Altkleidercontainer?

  • Federbetten
  • Staubsaugerbeutel
  • Videokassetten
  • stark verschmutzte Kleidung
  • nicht mehr tragbare Schuhe und Kleider

 

In der Regel können auch zerrissene Kleidungsstücke im Container entsorgt werden. Diese können im Recyclingunternehmen dann noch zu Dämmstoffen oder Industrieputzlappen verarbeitet werden.

 

Vermeiden statt Verwerten – Second Hand statt Neu

Ganz nach dem Prinzip der Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes soll Müll vermieden werden, danach folgt die Wiederverwendung und die Verwertung. Bei Kleidung und Schuhen ist dieser Grundsatz etwas schwierig umzusetzen, jedoch auch hier zu beachten.

 

Wie eine im Jahr 2020 durchgeführte Online-Umfrage des Re-Commerce-Unternehmens Momox zeigt, kaufen 86 % der Kunden Secondhandkleidung besonders, weil es die Umwelt schon. 79 % der Befragten kaufen Secondhandmode zudem, weil es Kosten spart.